Von der Vergangenheit lösen, um in der Gegenwart für die Zukunft zu bauen.
Von der Vergangenheit lösen, um in der Gegenwart für die Zukunft zu bauen.
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EINREICHUNG Nr. 539
Durch einen neuen Blick auf Gestaltungs- und Bauprozesse können gesellschaftliche Herausforderungen mit Ressourcenschonung, Suffizienz und Dematerialisierung bewältigt werden.

Diese Eingabe für einen Prozess im Bereich Baukultur basiert auf der These: Werden Kriterien hoher Baukultur frühzeitig in den Prozess eingebunden, entstehen Möglichkeitsräume im Sinne hoher Baukultur und der nachhaltigen Entwicklung.

Der Framework verdeutlich die Ein- und Zuordnung der Kriterien der Baukultur in die Ebenen des Möglichkeitsraumes. Im Möglichkeitsraum gelingt es, in der Gegenwart eine gebaute Um-welt mit hoher Baukultur zu bauen. Dabei muss der Aufwand für nachhaltige Lösungsansätze in der frühen Planungsphase intensiviert werden. Zum Verständnis sind die Leistungsphasen nach SIA dargestellt.

Die Kriterien der Baukultur wurden an zwei Wettbewerbsverfahren des Hochbauamtes Graubünden evaluiert, bei denen sich der Kanton Graubünden für den Aktionsplan Green Deal Graubünden auf neue Wege begibt.
Texte Davos Kriterien (Selbstevaluation)
Gouvernanz
Wie muss das Wettbewerbsprogramm mit den Anforderungen des Aktionsplan Green Deal formuliert werden? Die Neuformulierung gelingt, indem die Perspektive eingenommen wird, einen Beitrag zu den gesellschaftlichen Herausforderungen leisten zu wollen.
-> Zielstellung Netto-Null und wie wir dafür bauen: Perspektiven- und Paradigmenwechsel zulassen! Neuformulierung angehen! Von Anforderungen loslassen, die keine Relevanz für Netto-Null haben. Sichtweisen ändern. Stetiges reflektieren.
Funktionalität
Das Spannungsfeld zwischen Nachhaltigkeit und Funktionalität für die Nutzenden wurde im Wettbewerbsprozess abgebaut. Dies gelang, in dem zum einen der Betrieb und die Erweiterung im Sinne der Nutzenden einbezogen wurde. Zum anderen wurde mit den Nutzenden auch ein suffizienz-orientierter Flächenbedarf thematisiert.
-> Zweck mit suffizienz-orientiertem Bedarfsansatz erfüllen: Spannungsfeld «Funktionalität – Nachhaltigkeit» abbauen! Reflexion für massvollen Flächen- und Materialverbrauch.
Umwelt
Das Kriterium Umwelt wird zu einer essenziellen Entscheidungsgrundlage im gesamten Prozess. Das Umweltthema Klimaschutz und die damit verbundene Zielerreichung Netto-Null steht im Fokus. Es wird nicht nur als ein Gewinn für die Auftraggebenden sondern auch für die breite Gesellschaft verstanden.
-> Lösungsansätze mit kleinstmöglichem Eingriff: Netto-Null erreichen! Ressourcen schonen! Messbarkeit als ständiger Begleiter sicherstellen. Bestehende Instrumente nutzen.
Wirtschaft
Die Sicht auf den Lebenszyklus wurde auf verschiedenen Ebenen mit der Anwendung bestehender Instrumente der Lebenszyklusanalyse einbezogen. Es wurde erkannt, dass die Ökobi-lanzierung bekannt, jedoch noch nicht im Selbstverständnis angewendet wird, um Hebel für Netto-Null zu identifizieren.
-> Plausibilisierung im gesamten Lebenszyklus: Lebenszykluskosten reduzieren! Stellschrauben der Kosten analysieren! Verständnis im Gesamtkontext aufbauen. Baulicher Aufwand mit Weitblick reduzieren.
Vielfalt
Die Vielfalt wird durch die Beteiligten im Wettbewerbsprozess hervorgehoben und ist mit den interdisziplinären und sektorübergreifenden Beteiligten sowie dem hohem Frauenanteil gegeben. Die einzelnen Kriterien der hohen Baukultur sind von Beginn an im Prozess verankert, denn sie spiegeln sich auch in den Jurymitgliedern wider.
-> Baukultur von Beginn an verankern: Vielfältiges Wissen vereinen! Über Disziplinen, Sektoren, Geschlecht und Alter hinweg. Baukultur spiegelt sich in Jury und Team wider
Kontext
Im Fokus steht nicht allein die Frage des „Was“ sondern auch des „Wie ein Ort hoher Baukultur entstehen kann?“. Für deren Beantwortung war der Wissens-/Ideenaustausch und das Sensibilisieren elementar. Die Sensibilisierung und der Ideenaustausch gehen weiter über den Wettbewerb hinaus.
-> Prozess und gemeinsames Verständnis stehen im Fokus: Alle Beteiligten sensibilisieren! Das integrale Team begleiten! Interdisziplinäre Dialoge fördern und gemeinsam Lösungen entwickeln.
Genius Loci
Ein Gebäude ist nur dann nachhaltig, wenn es dem Nutzenden dient. Die Anforderungen des Nutzenden sind also ebenso wichtig wie die Materialisierung. In den Wettbewerben waren die Nutzenden im Beurteilungsgremium vertreten und sie haben mögliche Lösungen für ein nachhaltiges Gebäude mit ihrem Alltag konfrontiert.
-> Gestaltung und Nutzende sind elementar: Alltägliche Fragestellungen durchdenken! Materialisierung reflektieren! Wirkung auf die Nutzenden einbeziehen. Identität stiften.
Schönheit
Schönheit wurde mit Kriterium Genius Loci verbunden.
Eigenschaften
Ort
Baukategorie (SIA 102)
*
Art der Aufgabe
*
Art des Verfahrens
*
Baukosten in CHF (SIA 416)
Geschossfläche in m² (SIA 416)
Planung
Fertigstellung
Inbetriebnahme
Projektbeteiligte